15.04.2019 Feengrotte Saalfeld

Eigentlich wollten wir bereits am Samstag zu unserer ersten Tour im Jahr 2019 aufbrechen, allerdings hat uns ein spontaner Wintereinbruch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei Temperaturen um Null Grad in der Nacht und max. 5 Grad am Tag, hatten wir einfach keine Lust aufzubrechen und haben entspannt zu Hause das Wochenende verlebt.

Aber zu Wochenbeginn verhieß der Wetterfrosch Besserung. Dank guter Vorbereitung waren die letzten Sachen schnell verstaut. Lediglich das Fixieren der Fahrräder am Heck vom Wohnmobil war langwierig. Scheinbar hat der Hersteller einfach nicht damit gerechnet, dass jemand ein großes und zwei Kinderfahrräder mitnehmen will. Aber irgendwann war auch diese Hürde genommen und wir sind in Richtung Saalfeld aufgebrochen. Wir meint übrigens nur Marla, Marlon und mich, da meine Frau keinen Urlaub nehmen konnte.

Leider gestaltete sich die Fahrt auch alles andere als einfach, da wir von einer Umleitung in die nächste geschickt wurden. Wahrscheinlich ist noch niemand so lange und kompliziert von Erfurt nach Saalfeld gefahren wie wir. Aber irgendwann haben wir dann doch Saalfeld, genauer die Feengrotte erreicht.

Kaum hielten wir die Eintrittskarten in der Hand, ging es auch schon mit der Führung los. Nach dem obligatorischen Foto am Eingang sind wir in den Stollen eingefahren. Die Führerin machte ihren Job nicht schlecht und wusste sehr bildlich von den sehr schwierigen Arbeitsbedingungen zu berichten, unter denen im Berg Alaun haltiges Gestein abgebaut wurde. Weiterhin war zum Schluss der Führung die Musik und Lichtshow in der Feengrotte durchaus inspirierend. Ob es allerdings 34,70€ für einen Erwachsenen und zwei Kinder (4 und 9 Jahre) wert war, dass muss jeder für sich entscheiden. Ich habe mich jedenfalls gefreut, dass mit dem Familienpass beide Kinder freien Eintritt hatten.

Aber es gab noch mehr zu erleben. Weiter ging es in die Feenwelt. Eine bunte Mischung aus Spielplatz, Naturkundelehrpfad und mystische Feenwelt. Die Kinder konnten klettern, balancieren und mystischen Geschichten lauschen. Im Feengarten wurden sie sogar von zwei Feen stilecht im Gesicht bemalt und konnten im Garten helfen die Blumen und Kräuter zu gießen. Ich dagegen fand die Kräuterlehre und vor allem den Blick in eine bewohnte Bienenbeute am spannendsten.

Zum Schluss stand eigentlich noch das Museum auf dem Programm. Es war sehr gut aufgemacht und wusste die Thematik anschaulich zu vermitteln. Allerdings war Marlon dafür nicht mehr zu begeistern. Das nächste Mal würde ich das Museum unbedingt zuerst besuchen.

Zwar gibt es einen Stellplatz direkt an den Feengrotten, allerdings brauchten wir nach der Winterpause jede Menge Wasser und Strom. Daher fuhren wir  nach Rudolstadt zu einem kleinen, privaten Stellplatz mit dem Namen Saalestrand. Hier gab es alles für 10€ pauschal, egal wie lange man braucht, um über 100 Liter durch einen Wasserfilter zu pressen.

Wir haben sogar noch einmal die Räder runtergeholt, um gemütlich in 20 Minuten nach Rudolstadt reinzufahren. Marlon fährt von Tag zu Tag besser. Allerdings war er auf einem schmalen Weg mit dem Lenker an einem Laternenmast hängengeblieben und gestürzt. Aber nach dem kurzen Schreck ging es problemlos weiter.
Die Innenstadt von Rudolstadt hat nicht wirklich viel zu bieten, aber einen kleinen Bummel ist sie allemal wert. Zurück am Wohnmobil gab es auf Wunsch der Kinder Nudel mit Tomatensauce und bald darauf war auch Ruhe im Wohnmobil eingezogen.

 

 

16.04.2019 Leuchtenburg, Jena

Die Nacht verlief sehr ruhig und wir schliefen bis weit nach 8 Uhr. Damit bewahrheitet sich wieder, nirgendwo schlafen wir alle so gut, wie im Wohnmobil.

Da der nächste Bäcker oder Kaufhalle weit weg war, konnten wir unseren Backofen testen und Aufbackbrötchen zubereiten. Damit stand einem leckeren Frühstück nichts im Weg.

Weiter ging es nach Osten nach Kahla. Allerdings wollten wir nicht die Porzellanmanufaktur besuchen, sondern die Leuchtenburg. Nach kurzer Verwirrung bei der Parkplatzsuche - der erste kostet 4€ für Camper, der zweite ist umsonst - machten wir uns auf den Weg.

Als erstes besuchten wir das Brunnenhaus und wurden mit vielen Informationen und einem gut gemachten Film mit einer historischen Geschichte um einen Sträfling eingestimmt. Es müssen unglaubliche Lebens- und Arbeitsbedingungen gewesen sein. Jedenfalls waren wir nach fünf Minuten Laufrad treten bedient und das geschöpfte Wasser war übersichtlich.

Am eindrucksvollsten war für uns die Geschichte der Porzellanherstellung in Sachsen. Zwar kennt man die Geschichte um Böttger und August der Starke. Aber hier war sie noch einmal sehr gut erzählt.

Die Burg bietet wirklich viel und die Zeit verging wie im Fluge. Lediglich die Burgschänke bietet noch Luft nach oben. Zwar kam die Karte, inkl. spezieller Karten zum ausmalen für Kinder sehr schnell, allerdings galt das nicht für das Essen. Trotz mehrfacher Nachfrage tat sich nichts. Nach 70 Minuten haben wir abgebrochen und sind gegangen. Es gab Gäste, die nach uns gekommen, aber vor uns gegangen sind. Und die haben Essen bekommen!

Weiter ging es nach Jena. Und nach zahlreichen Umleitungen, Baustellen, Staus und Unfällen erreichten wir endlich den Campingplatz unterm Jenzig. Hier konnten die Kinder rumtoben und das Baumhaus erkunden, während ich mein neuestes Spielzeug - eine Füllstandsanzeige für die Gasflaschen - montierte.
Kurz darauf haben wir noch einen Abstecher zum nahe gelegenen Supermarkt gemacht, um uns ein Eis zu kaufen. Dabei haben wir noch einen Spielplatz gefunden, der erkundet werden wollte.

Während Marla und ich abgewaschen haben, musste Marlon unbedingt noch das Fassungsvermögen unserer Toilette erkunden. Die nächsten Stunden waren wir damit beschäftigt, dass Unglück zu beseitigen. 

17.04.2019 Weimar

So ein Wohnmobil ist wie ein Segelboot. Überall gibt es Fächer, Schapps und anderen Stauraum. Das Problem daran, ohne Frau findet man einfach nichts wieder. Daher fuhren wir heute zu Kaufland, um so nützlich Dinge wie Einweghandschuhe, Glitzischwamm und Aufwaschlappen zu besorgen. Wie sich später herausstellte, hatten wir davon noch genug, nur nicht gefunden...

Angekommen in Weimar haben wir die Räder startklargemacht und sind zur Stadtbesichtigung aufgebrochen. Marlon kann inzwischen schon sehr gut Rad fahren. Allerdings kannte er die Tücken von Rollsplit noch nicht. Zum Glück war nichts Schlimmes passiert und so konnten wir unsere Erkundung im Park an der Ilm fortsetzen. Auch Goethes Gartenhaus - genauer dem Garten Drumherum, da mir 16,50€ für das Gartenhaus zu happig waren - haben wir einen Besuch abgestattet.

Was auffällt, Weimar ist in keinster Weise auf Familien oder Kinder eingestellt. Obwohl die Parks riesig sind, gibt es faktisch keine Spielplätze. Und die wenigen die es gibt sind in einem jämmerlichen Zustand. Ich wollte es nicht glauben und so fuhren wir noch zum - laut Google - besten Spielplatz in der Stadt. Aber auch hier wurden wir enttäuscht, nicht einmal eine richtige Schaukel war vorhanden.

Insgesamt sind wir bestimmt 10 Kilometer geradelt und weder Marlon noch Marla haben gemurrt. Zum Dank gab es noch ein Eis.

18.04.2019 Alperstedter See, Erfurt

Heute Morgen wollten wir es noch einmal wissen und haben einen weiteren Spielplatz in Weimar einen Besuch abgestattet. Obwohl es mit dem Fahrrad teilweise steil bergauf ging, war Marlon von der Fahrt begeistert. Der Spielplatz selber war zwar der beste in Weimar, allerdings auch nicht wirklich toll. So dauerte es nicht lange und Marlon wollte wieder Fahrrad fahren. Wirklich erstaunlich, wie schnell er die Freude am Fahrrad fahren entdeckt hat.

Zurück am Wohnmobil haben wir noch entsorgt und sind in Richtung Alperstedter See aufgebrochen. Der Plan war, dass wir heute zusammen mit anderen Hochseeseglern das Anti-Fouling auftragen, damit der Kutter nächstes Wochenende ins Wasser kann. Denn am 01.05. wollen wir traditionell ansegeln.

Am See haben wir Horst getroffen und nach einem netten Plausch begonnen den Kutter für das Streichen vorzubereiten. Leider war das anschleifen nicht sehr einfach, da sich der Bootsrumpf nicht gerade in Arbeitshöhe befand. Gefühlt wurde der Kutter immer lang und länger.
Irgendwann tauchten dann auch die Segelfreunde Wolfgang und Immo auf. Gemeinsam ging die Arbeit schon flotter von Hand und getreu dem Motto "Viele Hände, schnelles Ende", war die Arbeit schnell erledigt.

Weiter ging es nach Erfurt. Gute Freunde hatten sich über Ostern angekündigt.

22.04.2019 Bad Langensalza, Baumkronenpfad

 
 

Nachdem wir wunderschöne Ostern mit unseren Freunden verlebt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg.

Erste Etappe war Bad Langensalza. Bei phantastischem Wetter bummelten wir durch die Stadt. Irgendwann blieben wir beim Friederikenschlösschen hängen und haben uns noch ein Eis gegönnt.

Weiter ging es zum Baumkronenpfad. Angekommen hatten wir das Glück, gerade noch einen Stellplatz abzubekommen.

23.04.2019 Baumkronenpfad, Duderstadt

Die Nacht verlief sehr ruhig und wir haben alle bis kurz vor 9Uhr geschlafen. Damit bestätigt sich wieder einmal, nirgendwo schlafen wir so gut wie im Wohnmobil.

Nach dem Frühstück liefen wir den wenigen hundert Meter zum Empfang. Der Familienpass hat uns 5€ gespart und so konnten wir für 19€ den Baumkronenpfad und das Museum erkunden. Zwar waren wir bereits vor über 2 Jahren einmal hier, aber es gab wieder sehr viel zu entdecken. Vielleicht auch weil die Kinder inzwischen größer sind und mehr Geduld hatten, jedenfalls verging die Zeit wieder wie im Fluge.

Weiter ging es durch traumhafte Landschaften nach Norden in Richtung Duderstadt. Eine für uns bisher vollkommen unbekannte Stadt. Aufmerksam wurden wir nur durch unseren Straßenatlas, der dieses Örtchen mit zwei Sternen würdigte. Zum Vergleich, Erfurt hat gerade einmal einen!

Und er sollte Recht behalten. Die gesamte Stadt scheint aus wunderschönen Fachwerkhäusern zu bestehen und auf unserem Stadtrundgang gab es viel zu entdecken. Im Rathaus bei der Touristinformation wollte man uns direkt mit einem Programm für die gesamte Woche eindecken. Unseren Rundgang beendeten wir in einem Eiscafe und beschlossen, auf dem hiesigen Wohnmobilstellplatz zu übernachten.

Der kostenfreie! Wohnmobilstellplatz wusste durchaus zu überzeugen. Allerdings gab es nur sehr wenige Stromdosen an einer sehr ungünstigen Ecke gelegen. Und die waren auch noch von scheinbaren Dauercamper belegt. Aber zum Glück war unser Akku noch gut gefüllt und wir waren nicht auf Landstrom angewiesen.

Auf Empfehlung der Touristinformation sind wir noch in den Park gelaufen und haben dem Spielplatz einen Besuch abgestattet.

24.04.2019 Sielmann Stiftung, Osterode

 
 

Unser erstes Ziel für heute war die Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen. Für gerade einmal einen Euro Parkgebühr! gibt es viel Wissenswertes zu entdecken, Tiere zu streicheln und den respektvollen Umgang mit der Natur zu erlernen. Auf der anschließenden Rundwanderung konnten wir Stempel sammeln, klettern üben und die unglaubliche Schönheit der Natur genießen.
Die Stiftung wurde mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Besser kann man es nicht machen. Eine sehr unterstützenswerte Stiftung.

Weiter ging es noch Osterode. Mit viel Glück haben wir einen Wohnmobilstellplatz an der Berufsschule in der Nähe der Altstadt gefunden. Entlang der alten Stadtmauer ging es direkt in Richtung Altstadt. Die Fußgängerzone war wieder von wunderschönen Fachwerkhäusern gesäumt. An der zentralen Kirche kehrten wir bei einem Bäcker ein. Der angebotene Kuchen war nicht nur ausgesprochen günstig und lecker, sondern jedes einzelne Stück könnte auch als Torte durchgehen. Im Grunde hätten auch zwei für uns vier mehr wie ausgereicht...

Zurück am Wohnmobil hatten wir beschlossen, heute nicht mehr weiterzufahren und in Osterode zu nächtigen. Vorher wollten wir aber noch beim lokalen Aldi unsere Vorräte auffüllen. Auf dem Weg dahin haben wir sogar noch eine Wohnmobil taugliche Waschanlage gefunden. Hier konnten wir sehr günstig den Winterstaub und sonstigen Dreck vom Wohnmobil spülen.

25.04.2019 Iberger Tropfsteinhöhle, Goslar

 
 

Heute Morgen stand die Iberger Tropfsteinhöhle im Höhlen Erlebnis Zentrum bei Bad Grund auf unserem Programm. Über Jahrhunderte wurde hier Roterz, also Eisenhaltiges Gestein gefördert. Dabei fand man Gänge und Hallen, die innerhalb von Millionen Jahren durch eindringendes Wasser ausgespült und ausgewaschen wurden. Dafür haben sich in den Hohlräumen Stalaktiten, Stalagmiten und Sintergestein gebildet.
Viel interessanter war für mich aber das Museum, genauer gesagt der Nachbau einer nahegelegenen Höhle, in der man Knochen von mindestens 40 Personen gefunden hatte. Über DNA Analysen konnte man dann die Verwandtschaftsverhältnisse rekonstruieren und interessante Schlüsse ziehen. Scheinbar handelte es sich um das Familiengrab einer gut situierten Sippe.

Weiter ging es nach Goslar. Der ausgeschriebene Stellplatz ist zwar nicht sehr leise, allerdings sehr stadtnah gelegen. Die Innenstadt weis durchaus mit wunderschönen Fachwerkhäusern zu begeistern. Allerdings findet man an jeder Ecke auch Bausünden aus den 60/70er, die heute kaum noch genehmigungsfähig wären. Trotzdem machte der Stadtrundgang viel Spaß. Nach Besteigung des Nordturms der Kirche, hatten wir einen phantastischen Überblick über die Stadt und der Umgebung. Zum Schluss haben wir noch der Kaiserpfalz einen Besuch abgestattet, bevor es zurück zum Wohnmobil bzw. einem nahegelegenen Spielplatz ging.

26.04.2019 Rammelsberg, Bad Harzburg

Obwohl wir faktisch direkt an einer Kreuzung standen, war die Nacht angenehm ruhig und wir schliefen sehr gut. Allerdings weckte uns der einsetzende Berufsverkehr und wir beschlossen zu einem nahegelegene Aldi zu fahren, um zu frühstücken. Wenige Kilometer später zeigte sich, dass dieser gerade abgerissen wird. Aber kurz darauf lockte ein Netto Markendiscout. Leider mussten wir dabei feststellen, dass das Backwarenangebot im Vergleich zu Aldi oder gar Lidl nicht nur signifikant eingeschränkt ist, sondern die Qualität auch zu wünschen übrig lies. Zumindest waren unsere Brötchen noch nicht wirklich fertig gebacken.

Weiter ging es zum Rammelsberg. Das Bergwerk wurde 1988 nach über 1000 Jahren nahezu ununterbrochenen Bergbaus stillgelegt; seit 1992 gehört das Besucherbergwerk Rammelsberg zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wir haben uns für eine Führung durch den Roeder Stollen entschieden und lernten, wie im vorletzten Jahrhundert die Bergleute die Wasserkraft nutzten, um die Stollen zu entwässern und das abgebaute Erz ans Tageslicht zu befördern. Zurück am Tageslicht konnten wir noch das weiträumige Gelände erkunden.

Nach dem Mittagessen sind wir nach Bad Harzburg gefahren und haben auf dem gut besuchten Stellplatz noch ein schönes Plätzchen abbekommen.
Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir die Talstation der Seilbahn und beschlossen spontan, mit selbiger auf den Berg zu fahren. Wir hatten sogar Glück und hatten noch trotz des schlechter werdenden Wetters, noch etwas Fernsicht. Nachdem wir die Reste der alten Burg erkundet hatten, kehrten wir ins Restaurant ein. Während wir uns phantastischen Kuchen hatten, haben sich die Kinder einen Eisbecher schmecken lassen.

Zurück an der Talstation haben wir noch dem örtlichen Märchenwald einen Besuch abgestattet. Zwar scheint er schon bessere Zeiten gesehen zu haben. Wirklich schade, denn mit etwas Farbe, Kontaktspray und Liebe zum Detail könnte man viel mehr daraus machen. Aber irgendwie hat es dann doch Spaß gemacht. Besonders das Trampolin, der Streichelzoo und die Rollenrutschbahn kamen gut an. Trotz zwischenzeitlich einsetzenden Nieselregens hatten wir viel Spaß. Marla hat mir sogar beigebracht, wie man auf einem Trampolin hüpft, auf dem Hintern landet und wieder hüpft.

Kommentare (0)

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben