Bau eines digitalen Bilderrahmen

Schon lange hatte ich den Wunsch, einen digitalen Bilderrahmen zu erweben. Gefühlt waren meine Ansprüche nicht sehr hoch:

  • scharfes und blickwinkelstabiles Display, 3:4 Format und mindestens 1024x768 Pixel
  • Netzwerkverbindung per Wlan, um selbständig neue Bilder aus der Cloud, Facebook usw. anzuzeigen
  • anspruchsvolle Optik, kein Plastikbomber
  • er sollte sich unauffällig in unsere Bildergalerie integrieren

Trotz intensiver Suche bin ich einfach nicht fündig geworden. Lediglich die Firma Knipsy hatte ein brauchbares Modell im Portfolio. Leider hatte ich beim Modell K1 zu lange gewartet und dann war es vergriffen. Dann habe ich über ein Jahr auf den Nachfolger K2 gewartet. Allerdings wurde die Entwicklung kurzfristig eingestellt. Damit war der Plan erst einmal vom Tisch.

In den letzten Monaten zeigte sich, dass mein altes Ipad2 immer langsamer wurde. Vielleicht war es auch ein Fehler, auf IOS9 zu wechseln. Jedenfalls gestaltete sich jede Eingabe zum Geduldsspiel und auch der Browser stürzte gerne mal ab. So reifte in mir der Gedanke, ein neues Ipad zu erwerben. Nur was wird mit dem alten? Der Knipsy K1 setzte auf das gleiche IPS Display wie das Ipad. Was lag also näher, als aus dem alten Ipad einen digitalen Bilderrahmen zu bauen.

Eine geeignete App war schnell gefunden. Fotomatic klang sehr vielversprechend und die Pro Variante war mit 2 € auch preiswert.
Fehlte eigentlich nur noch der geeignete Bilderrahmen. Fündig geworden bin ich bei AllesRahmen.de. Bestellt habe ich den Barockrahmen Verdun (21cmx28cm) ohne Glas. Dabei enthalten war ein Passepartout, welches man auf den Millimeter zuschneiden lassen konnte. Ich habe den Bildschirm des Ipads gemessen und den Ausschnitt jeweils 1 Millimeter auf jeder Seite kleiner gestaltet. Davon versprach ich mir, dass das Bild wirklich flächig im Passepartout dargestellt wird. Damit ergab sich ein Innenmaß von 14.5 cm x 19.5 cm. Der Bilderrahmen inkl. Passepartout und Versand hat 38 € gekostet. Ein sehr fairer Preis, zumal die Qualität meiner Meinung nach sehr gut war.

Jetzt hatte ich alle Einzelteile zusammen und der Zusammenbau begann.
Als erstes klebte ich mit doppelseitigen Klebeband das Ipad direkt auf die Rückwand des Rahmens. Dabei unbedingt darauf achten, dass das Ipad gerade ausgerichtet ist, da die Rückwand an der Wand befestigt wird und der Rahmen und das Passepartout nur indirekt daran hängen. Das hat allerdings auch den Vorteil, dass sich das Passepartout noch einige Millimeter ausrichten lässt und somit der Ausschnitt exakt auf das Display ausgerichtet werden kann.

Ich wollte natürlich kein sichtbares Kabel an der Wand haben. Zwar wäre es denkbar, das Ipad regelmäßig aufzuladen, aber der bessere Weg ist natürlich, irgendwie verdeckt ein Kabel zu verlegen. In meinem Fall habe ich durch eine 36er Wand ein Loch gebohrt und ein USB Kabel verlegt. Dazu habe ich es aufgeschnitten und erfreut festgestellt, dass vier verschiedene Kabelfarben verwendet wurden. Also zerschnitten, durchgefädelt und anschließend wieder zusammengelötet.

Bleibt ein Problem, wie kommt man auf den Startbildschirm, wenn man den Homebutton nicht drücken kann? Beispielsweise weil das Ipad ausgeschaltet war?
Ich habe mir lange darüber den Kopf zerbrochen, wie ich den Homebutton zwar bedienen, aber möglichst unauffällig gestalten kann. Die Lösung war dann unglaublich einfach. Immer wenn Strom angeschlossen wird, erscheint der Entsperrbildschirm. Also habe ich die Stromzufuhr per Funksteckdose schaltbar gemacht. Damit kann ich jetzt im Notfall das Pad wieder aktivieren, ohne das ich das Ipad aus dem Bilderrahmen nehmen muss.

Mit dem Ergebnis bin ich ausgesprochen zufrieden und freue mich, dass ich jedesmal im Treppenhaus ein neues Bild sehen kann. Zu Halloween und anderen Gelegenheiten lässt sich mittels Filmen von atmosfx.com und anderen sehr, sehr gruselige Effekte erzielen.

Kommentare (1)

  1. silvio kuehne am 28.12.2015
    Schöne Idee, und auch die Umsetzung ist gelungen.
    Auch ohne Heißleim sieht es Vernünftig;-)
    Weiter so.

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