04.10.2019 Chemnitz

Die Schule war aus, die letzte Telko vorbei, höchste Zeit in die Herbstferien zu starten. Unser erstes Ziel war Chemnitz, bzw. Karl-Marx-Stadt, wie sie zu unserer Schulzeit hieß. Und da ich im Wendejahr die Schule beendete, wurde es nach 30 Jahren höchste Zeit für ein weiteres Klassentreffen. Ich freute mich schon riesig auf ein Wiedersehen, zumal diesmal fast alle ehemaligen Schulfreunde zugesagt hatten. Außerdem freuen sich die Großeltern natürlich auch immer über einen Besuch. Erst recht, wenn wir die Enkelkinder im Gepäck haben.

07.10.2019 Plauen

Aufgrund eines Artikel in der heutigen Ausgabe der Freien Presse habe ich spontan beschlossen nach Plauen zu fahren. Vor 30 Jahren hatte Jörg Schneider, ein junger Werkzeugmacher aus Plauen, auf einer Robotron Schreibmaschine 180 Flugblätter getippt und zur Demonstration aufgerufen. Und obwohl die Staatsmacht die Aushänge zügig einsammelte, kamen am 07.10.1989 knapp 20000 Teilnehmer, jeder 4. Plauener Einwohner, zusammen um gegen das Regime zu demonstrieren. Damit war ein wichtiger Beitrag zur Wende geleistet und das Ende der DDR eingeläutet.
Plauen bietet nicht nur mitten in der Stadt einen schönen und günstigen Wohnmobil Stellplatz, sondern hat auch noch ein attraktives Paket geschnürt. Für gerade einmal 8€ gibt es nicht nur den Stellplatz für einen Tag, sondern auch noch ein Nahverkehrstagesticket für bis zu 5 Personen. Besser geht es nicht.
Auch die Touristinformation wusste zu überzeugen. Wir haben nicht nur eine Kinderkarte mit geeigneten Sehenswürdigkeiten für Plauen bekommen, sondern auch noch eine Karte für das gesamte Voigtland. So haben wir bei schönstem Wetter die Innenstadt erkundet, das Wendedenkmal besucht und sind zum Schluss noch in ein schönes Cafe eingekehrt.
Zurück am Wohnmobil haben wir beschlossen noch unsere Vorräte aufzustocken und sind dann zu einem Stellplatz an der Talsperre Pöhl gefahren.

Kilometerstand: 53470 km
Tagesetappe: 75 km

08.10.2019 Kulmbach

Das Wetter war miserabel. Es regnete. Mal mehr, mal weniger, aber irgendwie konstant. Dank unseres Backofens hatten wir bald nicht nur frische Brötchen, sondern es auch noch angenehm warm im Wohnmobil. Also frühstückten wir erstmal in Ruhe und diskutierten, was wir machen könnten. Aber irgendwann waren wir satt und immer noch unschlüssig. Also fuhren wir erstmal wieder nach Plauen zur Parkeisenbahn Syratal. Die Bahn wurde am 7. Oktober 1959, also ziemlich genau vor 60 Jahren, zum zehnjährigen Bestehen der DDR als Pioniereisenbahn in Betrieb genommen. Das Besondere ist, dass es die einzige Pioniereisenbahn mit einer Oberleitung und elektrischen Loks ist. Leider konnten wir sie uns nur von außen ansehen, aufgrund des schlechten Wetters war die Bahn geschlossen.
Also fuhren wir bei einer weiteren Geschichte der ??? nach Kulmbach. Wir fanden auf dem Stellplatz eine schöne Lücke und machten erst einmal Mittag. Denn es regnete immer noch. Aber wie auf Bestellung hörte es endlich auf und wir konnten zur Plassenburg aufbrechen. Diese thront majestätisch über der Stadt und der Aufstieg war durchaus anstrengend. Aber es boten sich immer wieder gute Aussichten auf die Stadt und nach einer kurzen Ehrenrunde um die Burg, standen wir im Innenhof. Die Kassiererin empfahl uns einen Besuch, des mit 300.000 Figuren größten Zinnfigurenmuseum der Welt (4€ Eintritt, Kinder unter 18 Jahren sind frei!). Und so kämpften wir uns Etage für Etage voran, bis wir vor dem größten Diorama der Welt standen. Alleine dafür wurden knapp 20.000 Zinnfiguren verwendet und gezeigt wurde die kriegerische Besetzung von Kulmbach.
Kaum waren wir zurück in der Innenstadt, fing es doch wieder zu regnen an. Also schnell zurück zum Wohnmobil. Dann ließen wir den Tag mit etwas Fernsehen, viel Spielen und Rostbratwurst und Kartoffelbrei ausklingen.

Kilometerstand: 53569 km
Tagesetappe: 99 km

09.10.2019 Lauf an der Pegnitz, Nürnberg

Es regnete. Wie schon die ganze Nacht. Und es schien auch nicht bald aufzuhören. Also haben wir beschlossen ins Eisenbahnmuseum nach Nürnberg zu fahren. Leider gibt es in Nürnberg aber weder Parkplätze noch einen vernünftigen Wohnmobilstellplatz. Also fuhren wir noch vor dem Frühstück nach Lauf an der Pegnitz und hatten großes Glück und ergatterten nicht nur einen der 5 Stellplätze, sondern auch noch eine der 4 Steckdosen. Besser geht es nicht und anschließend haben wir erstmal ordentlich gefrühstückt, bzw. es war mit 11 Uhr eher eine Art Brunch. Dabei konnten wir die lokale Polizei beobachten, wie sie in voller Montur und Bewaffnung eine Übung abhielt.
Nach einer kurzen Fahrt mit der Eisenbahn erreichten wir den Nürnberger Hauptbahnhof und kurz darauf das Eisenbahnmuseum. Wir waren zwar vor zwei Jahren zum Ostereiersuchen schon einmal da, allerdings waren wir heute fast alleine. Kein Vergleich und so bummelten wir an den Exponaten vorbei, bestaunten die Texte und Bilder und lösten manche Aufgabe. Und wieder hatten wir großes Glück. Wir öffneten eine Trickkiste scheinbar als Erste des Tages und gewannen eine Broschüre zur "Geheimakte Bahn". Da wir heute soviel Zeit hatten, konnten wir sogar noch dem Außengelände und der Sonderausstellung "Bier, Bahn und Bananen" einen Besuch abstatten. So verging die Zeit wie im Fluge, es war 17 Uhr und das Museum schloss seine Pforten. Bei der DB Gastronomie im Nürnberger Hauptbahnhof haben wir zu Abend gespeist und darauf gewartet, dass Ulli endlich zu uns stößt. Leider hatte ihr Zug etwas Verspätung aber nach 18 Uhr gab es endlich ein großes Helau.
Auf dem Rückweg zum Wohnmobil haben die Kinder haarklein erzählt, was sie in den letzten Tagen alles erlebt hatten.

Kilometerstand: 53665 km
Tagesetappe: 96 km

10.10.2019 Schwabach, Schwäbisch Hall

Der neue Tag begann so, wie der alte aufgehört hatte. Regen. Regen. Regen. Eigentlich wollten wir dem Playmobil Park einen Besuch abstatten, aber bei dem Wetter haben wir uns entschlossen, nach einer Alternative zu suchen. Die fanden wir in einem sehr gut bewerteten Museum in Schwabach. Im Erdgeschoss konnten wir unser Wissen bezüglich Godschlagen aufbessern und wie Plattgold verarbeitet wird. Weiter ging es über eine "Weltreise und ums Ei" und einer Etage zur Stadtgeschichte zum Highlight für uns Jungs. Eine "Zeitreise mit Fleischmann". Neben viel Wissenswertes zur Firmengeschichte von Fleischmann waren auch einige Modelleisenbahnen und Autorennbahnen zum ansehen und ausprobieren. So verging die Zeit wie im Fluge und es wurde Zeit weiterzufahren.

Unsere nächste Station war Schwäbisch Hall. Leider waren bereits alle Stellplätze belegt. Aber wir sprachen mit einem anderen Camper und er war spontan bereit ein Stück zu rücken. So hatte unser Mobil auch noch genug Platz und wir bekamen sogar noch Landstrom. Nach einem guten Kilometer kamen wir in der Innenstadt an und die war wirklich sehenswert. Auch wenn gerade viel gebaut wird und etliche Gassen gesperrt waren, wusste uns der Ort zu begeistern. Schöne Fachwerkhäuser und enge Gassen, schöne Brunnen und Sakralbauten. Lediglich die Salzbonbons von der Tourist Information fanden nicht ganz unseren Geschmack.

Kilometerstand: 53817 km
Tagesetappe: 152 km

11.10.2019 Mönchsberg, Ostfildern

Heute soll es endlich ein Wiedersehen mit Jan, langjährigem Freund und Paten beider Kinder, und seiner Familie geben. Auf dem Weg nach Stuttgart haben wir noch einen schönen Naturerlebnis Pfad entdeckt. Bei einem schönen Wanderweg haben wir nicht nur Wissenswertes zum Wald und Natur erfahren, sondern konnten auch zahlreiche Pilze am Wegesrand bewundern.

Kilometerstand: 53898 km
Tagesetappe: 81 km

12.10.2019 Ostfildern, Wilhelma

Wir saßen noch lange zusammen, haben auf die Freiheit von Kuba getrunken und alte Geschichten aufgewärmt. So blieb nicht viel Zeit für Schlaf und die Kinder beeilten sich uns mitzuteilen, dass die Sonne bereits aufgegangen war.

Bei einem opulenten Frühstück schmiedeten wir Pläne für den Tag. Nach kurzer Diskussion beschlossen wir, in den Zoo von Stuttgart zu gehen. Auf dem großzügig angelegten Gelände gab es sehr viel zu sehen. Während Jagna besonderes Interesse für die botanischen Gärten zeigte, interessierten sich die Kinden eher für die großen Tiere. Und auf dem Weg dorthin war für alle was dabei. Auch gab es hin und wieder, sehr zur Freude der Kinder, einen Spielplatz. So verging die Zeit wie im Fluge und bald hieß es über Lautsprecher, der Zoo schließt bald.

Nach unserer Rückkehr gab es Pizza für alle und es dauerte nicht lange und die Kinder schliefen. Zeit für uns um weitere Geschichten aufzuwärmen und einige Runden Karten zu spielen.

Kilometerstand: 53898 km
Tagesetappe: 0 km

13.10.2019 Schiefertagebau, Bietigheim-Bissingen

Heute morgen haben uns die Kinder etwas länger schlafen lassen, bzw. sich miteinander beschäftigt. Gleichwohl, so richtig lange konnten wir auch heute nicht schlafen. Dafür hatten wir wieder sehr viel Zeit zum frühstücken.

Nach kurzer Überlegung hatten wir beschlossen, dass wir heute in einen Schiefertagebau nach Fossilien suchen würden. Dazu bekam jeder einen Hammer und Meisel und schon konnte es losgehen. Schichtweise haben wir den Schiefen abgetragen und tatsächlich, unter jeder 4. Platte konnte man etwas finden. Nach einiger Zeit wurden wir immer geschickter und konnten nicht nur große Fossilienabdrücke im Ganzen ausgraben, sondern haben auch noch verschiedene Metallklumpen wie Pyrit gewinnen. So motiviert hatten wir schon bald die Taschen voll. Allerdings war die Arbeit in der prallen Sonne anstrengend und bald hatte jeder von uns mindestens eine Blase an der Hand. So packten wir schließlich zusammen, wuschen uns an einem Botich zumindest provisorisch und kehrten erschöpft und verdreckt in ein Cafe ein.

Zurück haben wir noch Abendbrot gegessen und fuhren dann zu einem Stellplatz in Bietigheim-Bissingen. Damit war es morgen nur noch ein Katzensprung nach Tripsdrill. 

Kilometerstand: 53950 km
Tagesetappe: 52 km

14.10.2019 Tripsdrill, Heilbronn

Heute wollten wir den ältesten Freizeitpark in Deutschland, Tripsdrill, einen Besuch abstatten. Er feiert gerade 90 jähriges Bestehen und hat gerade wieder einen Preis für den schönsten Freizeitpark in Europa abgesahnt.

Wir waren pünktlich zur Eröffnung da und da noch keine Schulferien in Baden Württemberg waren, gab es nur wenige Besucher und kein Gedränge. So konnten wir faktisch alle Fahrgeschäfte ohne Anstehen genießen und teilweise einfach sitzenbleiben, um noch eine Runde zu genießen. Besser geht es nicht. Zumal uns das Wetter sehr gesonnen war und die Sonne lachte. Letzteres war besonders bei den vielen Wasserattraktionen wichtig, da wir durchaus nass wurden. Besonders erwähnenswert ist die "Badewannen-Fahrt zum Jungbrunnen". Eine mit viel Liebe ins Detail und Überraschungen gespickte Wasserachterbahn, bei der man definitiv nicht trocken bleibt.

Aber auch hier verging die Zeit wie im Fluge und es wurde Zeit aufzubrechen. 17:45Uhr musste Ulli am Bahnhof in Heilbronn sein, um ihren Zug nach Erfurt zu bekommen. Wir hatten aber Glück und keinen Stau und waren sehr rechtzeitig am Bahnhof. Nachdem wir Ulli abgeliefert hatten, fuhren wir zum Stellplatz am Park. Wir waren bereits zweimal dagewesen, aber so voll war es noch nie. Wir bekamen gerade noch so einen halbwegs brauchbaren Platz und wenige Minuten später füllte sich auch die Straße und Wendeschleife mit Wohnmobilen.

Beim Abwaschen wurden mit dann wieder schmerzlich bewusst, dass alles endlich ist. Auch unser Gasvorrat. Und so musste ich mit kaltem Wasser abwaschen.

Kilometerstand: 53990 km
Tagesetappe: 40 km

15.10.2019 Würzburg

Zum Glück war unser Kühlschrank leer, denn ohne Gas kann er auch nicht kühlen. Also war unser erster Weg heute morgen zu einem nahegelegenen Obi Markt, um beide Gasflaschen zu tauschen. Und da auch noch ein Bäcker angeschlossen war, konnten wir gleich noch frühstücken. Zum Glück, denn mit einmal wurde mir bewusst, dass ich unsere Gasfüllstandssensoren mit abgegeben habe. Ich sprintete zurück zum Obi Markt und ein verständnisvoller Mitarbeiter hat mich meine alten Flaschen suchen und die Sensoren abnehmen lassen.

Weiter ging es zum Lidl, um unsere Vorräte aufzufüllen. Immerhin hatten wir jetzt wieder Gas und einen funktionierenden Kühlschrank.

Auf dem Weg nach Würzburg hörten wir eine weitere ??? Geschichte und sahen einen unglaublichen Stau. Soweit das Auge reichte, ein LKW am anderen. Zum Glück war das nicht unsere Richtung. Angekommen auf dem Stellplatz in Würzburg hatten wir ein weiteres Mal Glück, zwar waren alle Wohnmobillücken und viele weitere besetzt, aber just in dem Moment parkte einer aus. So konnten wir einen der begehrten Stellplätze direkt am Wasser ergattern.

Wir waren bereits vor einigen Jahren in Würzburg mit dem Wohnmobil gewesen, trotzdem haben uns die Innenstadt noch einmal begeistert angeschaut. Nur einen schönen Spielplatz konnten wir nicht entdecken. Und so waren wir relativ zeitig zurück und haben die Gelegenheit für ein gründliches Saubermachen genutzt.

Kilometerstand: 54106 km
Tagesetappe: 116 km

16.10.2019 Schweinfurt, Bad Neustadt

Heute haben wir es sehr ruhig angehen lassen, haben lange geschlafen und dann erstmal ausgiebig gefrühstückt. Anschließend ging es bei einer weitere ??? Geschichte nach Schweinfurt, genauer gesagt in den "Wildpark an den Eichen". Wir waren jetzt schon öfter hier, aber der Park ist einfach toll. Neben zahlreichen Tieren, denen es sichtlich gut geht, gibt es auch noch sehr viele, sehr schöne Spielplätze für jedes Alter und das ganze ist vollkommen kostenfrei. Besser geht es nicht. Wir waren fast alleine und die Tiere zeigten sich auch. Zum Glück gibt es hin und wieder einen überdachten Beobachtungsstand, so konnten wir uns sogar auf eine trockene Bank setzen und in Ruhe vespern und Tiere beobachten. Ein Luchs lag entspannt auf seinem Steinhügel und es war nicht klar, wer hier eigentlich wen beobachtet.

Weiter ging es nach Bad Neustadt auf einen sehr idyllischen Stellplatz am Kurpark. Für gerade einmal 8€ bekommt man eine schöne Parzelle und sogar Strom!
Da gerade Wind blies, haben wir die Drachen rausgeholt. Unser Drachen-Drachen flog super, aber unser selbstbemalter Drachen wollte nicht wirklich. Daran hat auch der Drachenschwanz von Oma nicht viel geholfen, irgendwie war er einfach zu leicht. Zwar haben wir noch die Textilmalstifte als Gewichte rangeknüpft, optisch ein Genuss, aber als er endlich stabil war, war er für den vorherrschenden Wind zu schwer. Spaß hatten wir trotzdem.
Nach einer Viertelstunde Fußmarsch waren wir in der Innenstadt angekommen und haben ein Cafe aufgesucht. Die Kinder ließen sich ein Eis schmecken, ich genoss den warmen Apfelstrudel. Weiter ging es durch die Innenstadt, bis Regen einsetzte und wir die Spielwarenabteilung vom Müller aufsuchten. Marlon kam aus dem Staunen nicht mehr raus und die Wunschliste für Weihnachten wurde immer länger.

Zurück am Wohnmobil bereiteten wir Abendbrot und aßen Chili mit unglaublich leckerem Brot.

Kilometerstand: 54199 km
Tagesetappe: 93 km

17.10.2019 Suhl

Kilometerstand: 54276 km
Tagesetappe: 77 km

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